Hoteky zum Löschen von Dateien in Nautilus ändern

In einer der neueren Gnome Nautilus Versionen wurde der Hotkey zum Löschen bzw. in den Papierkorb verschieben von Entf zu Strg + Entf geändert. Ziemlich bescheuerte Idee wenn man mich fragt, da es völlig kontra intutitiv ist solange in allen anderen Programmen mit Ent gelöscht wird.

Zum Glück kann das Verhalten theoretisch geändert werden, indem man per dconf-editor oder gsettings org.gnome.desktop.interface can-change-accels kurzfristig auf true setzt und mit der Maus über das Nautilus Menu Bearbeiten -> In den Müll verschieben fährt und dann zweimal Entf drückt (siehe auch diese bebilderte Schritt für Schritt Anleitung).

Leider kann es sein, dass die Einstellung nicht gespeichert werden. Falls das der Fall ist, kann es helfen das Verzeichnis $HOME/.gnome2/accels/ anzulegen (der Tipp kommt übrigens mal wieder aus dem exzellenten Arch Forum).

Dieser kleine Fehler hat mich mal wieder ne halbe Stunde Suchzeit gekostet und ich hoffe, dass der bald gefixt wird. Aber vielleicht kann dieser Tipp solange noch dem einen oder anderen helfen.

Umzug

So nun ist auch das Blog auf dem neuen Server. Sogar mit neuer Version. Leider funktionieren ein paar alte Plugins und auch das alte Theme nicht mehr :(
Das neue Theme bleibt wahrscheinlich bestehen, aber bei Zeit werd ich die YouTube Videos wieder lauffäghig machen. Fürs erste müssen da aber nun einfach die Links rauskopiert werden.

Armutsindustrie

Schade, manchmal wünsche ich mir echt mehr reichweite mit meinem Blog. Den die WDR-Doku “Die Armutsindustrie” hat es verdient eine weite Runde zu machen. Gerade jetzt vor der Wahl. Natürlich ist diese Doku wahrscheinlich tendenziell einseitig und es finden sich durchaus Arbeitsmaßnahmen, die Sinn machen und qualifizieren. Aber irgendwie sagt mir mein Gefühl, dass das die Minderheit sein wird.

Aber vielleicht sollte ich erstmal erklären worum es geht: Die Doku zeigt wie ALG II/Hartz4 mit 1€ Jobs über die Arbeitsagenturen einerseits eine subventionierte parallele Arbeitswelt schaffen – eine Armutsindustrie – und Arbeitslose mit sinnfreien Arbeiten gedemütigt werden, damit sie nicht in der Statistik auftauchen.

Ihr denkt, das hört sich nach einem Märchen an? Viel eher nach einem Alptraum, aber leider einem der Realität geworden ist. Wenn ihr mir nicht glaubt, dann seht am besten selbst. Gefunden habe ich das ganze übrigens über irgendwelche Umwege bei Santa Precaria.

[flash http://www.youtube.com/watch?v=iDIeWhTCItI]
Die Armutsindustrie 1/3

[flash http://www.youtube.com/watch?v=LF6cUBYqLaY]
Die Armutsindustrie 2/3

[flash http://www.youtube.com/watch?v=X6Kr7WkjHb0]
Die Armutsindustrie 3/3

Helfe deiner geliebten Bundesregierung

Ja, darum bittet sie, die geliebte Bundesregierung. Und wie könnte ich so eine Bitte abschlagen? Insbesondere, da ich auf die Seite der geliebten Bundesregierung schon seit Monaten hinweisen wollte. Den Besuch kann ich euch wirklich nur empfehlen :)
Und wer selbst auch so eine Seite da im Internet hat, sollte sich wirklich überlegeb ob er nicht endlich mal, ganz patriotisch, die geliebte Bundesregierung unterstützen will. Auch ein kleiner Link hilft.

Extremisums!

Achtung: sehr gruselig! Und es zeigt auch sehr deutlich, wie wichtig die Idee der Aufklärung auch heute noch ist. Wenn man das schleifen lässt, rennen die Kids solchen Grusel-Sekten zu. [via fefe]

Traue keiner Statistik …

… die du nicht selbst gefälscht hast.

Das diese kleine Binsenweisheit mehr Wahrheit enthält als man gerne glauben möchte, hat sich nun wieder bezüglich der Umfragen zu Internetsperren gegen Kinderpornographie gezeigt.

Während vor einigen Tagen noch die Schlagzeile durch die Medien geisterte, dass 92% der Deutschen laut einer von der Kinderhilfe in Auftrag gegebenen Umfrage für Internsperren sind, haben nun die MOGIS selbst eine Umfrage in Auftrag gegeben, die dieses Ergebnis mehr als relativiert. Denn in dieser zweiten Umfrage sprechen sich nur ca. 5% für Internetsperren aus, während sich eben eben 92% der Befragten eigentlich die Entfernung der Seiten aus dem Internet wünschen. Löschen statt Sperren ist die Devise.

Nun aber zurück zur Überschrift und wieso es hier um die Fälschung von Statistiken gehen könnte. Die Fragen waren von beiden Seiten sehr suggestiv gestellt. Zudem wurde im Fall der Kinderhilfe die Löschung der Seiten gar nicht als Alternative zur Sperrung als Antwortmöglichkeit gegeben. Was aber blieb war die immens hohe Zahl von angeblichen Sperrbefürwortern. Okay, die Fragen der MOGIS waren auch nicht gerade neutral, aber letzlich soltle es mit der Umfrage auch nicht um die absolute Beantwortung der Frage, sondern eine Kritische Diskussion der zuvor veröffentlichten Zahlen und daraus resultieren Argumentation gehen.

Um euch wirklich selbst eine Meinung vom angeblichen Meinungsbild der Deutschen zu bilden sind hier nochmal die Fragen in Reinform:

Kinderhilfe

“Die Bundesregierung plant ein Gesetz zur Sperrung von kinderpornografischen Seiten im Internet. Kritiker befürchten eine Zensur und bezweifeln die Wirksamkeit solcher Sperren. Befürworter betonen dagegen, dass solche Sperren eine sinnvolle und wirksame Maßnahme im Kampf gegen die Verbreitung solcher Bilder sind. Wie sehen Sie das: Sind Sie für ein Gesetz zur Sperrung kinderpornografischer Seiten im Internet oder dagegen?”

Dafür: 92%  [#########-]
Dagegen: 7% [#---------]

“Was für ein Internet bevorzugen Sie persönlich? Eines, das völlig frei ist von staatlicher Kontrolle – und damit zum Beispiel auch kinderpornografische Darstellungen enthält – oder eines, in dem vom Staat bestimmte strafbare Inhalte auch kontrolliert und gesperrt werden können?”

Für ein völlig 
freies Internet: 9%   [#---------]

Für Kontrolle und 
Sperrung bestimmter 
strafbarer Inhalte 
durch den Staat: 84%  [########--]

(Update: offizielle Zahlen)

MOGIS

“Die Bundesregierung plant ein Gesetz zur Sperrung von Internetseiten
mit kinderpornographischen Inhalten. In der Öffentlichkeit gibt es
hierzu verschiedene Meinungen. Welcher der folgenden Meinungen stimmen
Sie zu? (Randomvorlage)

A) Der Zugang zu Internetseiten mit Kinderpornographie sollte durch
eine Sperre erschwert werden, das reicht aus, auch wenn die Seiten
selbst dann noch vorhanden und für jederman erreichbar sind.

B) Internetseiten mit Kinderpornographie sollten konsequent gelöscht und
die Betreiber strafrechtlich verfolgt werden.

C) Internetseiten mit Kinderpornographie sollten im Internet frei
zugänglich sein, es muss jeder selbst wissen, was er sich anschaut.”

A) Sperren: 5%       [#---------]
B) Löschen: 92%      [#########-]
C) Wahlfreiheit: 2%  [----------]