Cyborgs Now!

Obwohl ich die Woche schon über Aimee Mullins Designer Prothesen gestolpert bin, wäre ich niemals auf die Idee gekommen daraus eine Cyborg Überschrift zu machen. Oke Prothesen gehen irgendwie schon in die Richtung, aber für den wirklichen Cyborg fehlt eben das gewisse Etwas. Beispielsweise ein integrierter Laser…

Oder um etwas näher bei der Realität zu bleiben, einen USB-Stick in der Fingerprothese. Ja Realität. Denn futurezone berichtete eben über den finnischen Computerexperten Jerry Javala der bei einem Unfall seine Fingerkuppe verloren und die Prothese mit USB-Stick versehen hat.

Echte Fingerprothese mit integriertem USB-Stick

Echte Fingerprothese mit integriertem USB-Stick

Ja, das klingt ziemlich schaurig, aber irgendwie ist es auch konsequent. Denn auf dem Stick hat er ein Linux und etliche Programme gespeichert die ihm momentan wahrscheinlich ziemlich lebenswichtig vorkommen. Ind irgendwie ist das ganze computerdingens mit Internet und so ja auch wirklich ein kaum noch zu entfernender Teil unserer Lebens geworden. Ich glaube wenn ich eine Prothese bräuchte, wollte ich auch eine mit irgendwelchen Gadgets. Auch wenn das ganze ein bisschen unheimlich aussieht.

Welcome to the World of Tomorrow!

Legalize It!

Gestern bin ich bei Golem und Nicorola über das Spezialangebot des Saturn Online Musikshops gestoßen, sehr viele Alben als MP3 ohne DRM für 4,99€ zu verkaufen.

Das finde ich wirklich mal ein schönes Angebot und ich habe es zum Anlass genommen endlich mal mein meistgehörten MP3s zu “legalisieren”. Womit auch endlich mein mehr oder weniger konsequentes Scrobbeln einen wirklich sinnvollen Zweck erfüllen konnte.

Allerdings bin ich etwas enttäuscht von der Gesamtperformance des Downloadangebots. Denn leider hat bisher keiner meiner Downloads bis zum Ende durchgehalten. Da sind wohl die Downloadserver aufgrund eines unerwartet großen Ansturms überlastet, oder ganz nach dem Motto Geiz sei Geil, schlicht und einfach zu klein dimensioniert. Sehr schade, denn ich würde mir die eben gekaufte Musik wirklich auch sehr gerne zeitnah anhören.

Da bleibt mir natürlich wieder nur der Gang zu PirateBay und Konsorten, wo ich ohne irgendwelche Probleme schnell und einfach meine Musik herunterladen kann. Schade, dass die komerziellen Angebote imme rnoch so fehlerhaft sind. Dabei könnte es so einfach sein: Ich plädiere für mehr torrent-links auf Musikerseiten und reizvollen Spendenbuttons. So könnte ich auch weiterhin mit gutem Gewissen die Musik schnell aus meinem bevorzugten Netzwerk beziehen und dennoch die Künstler direkt und einfach ohne große Zwischenverluste bei der MA unterstützen.

Rekonstruktionen

Nachdem ich heute die neusten Zietungsmeldungen gelesen habe, muss ich doch noch ein oder zwei Dinge zu dem Amoklauf sagen.

Erstens macht mich die Täterdarstellung wahnsinnig. Wo am ersten Tag noch von einem netten, sehr intensiv und gut Tischtennis spielendem Jungen die Rede war, steht heute bei der SZ bspw. nur noch, “Seine Freizeit habe der 17-Jährige mit Killerspielen und Horrorfilmen verbracht.
Mit solchen Aussagen steht die SZ aber keineswegs allein dar. Im Gulli:Board findet sich eine schöne Analyse der veränderten Darstellung des Täters in den Medien. Etwas schnippisch, aber inhaltlich wirklich lesenswert. Es erscheint fast, als hätte die TT-Vereinsmitgliedschaft etwa nicht mehr ins Bild des medial akzeptablen Attentäters gepasst!?

Und auch der zweite Punkt, bei dem ich mich nicht zurückhalten kann, hängt wieder mit den Medien und dem Aktionismus der Politik zusammen. Die vermeintliche Falschmeldung über eine Vorankündigung der Tat im Internet. Man kann sich natürlich nicht 100% sicher sein, dass der Täter keinen Beitrag vor seiner Tat verfasst hatte. Aber ich persönlich verstehe auch nicht, wieso es so ungemein wichtig ist. Klar, der Tathergang muss rekonstruiert werden, aber reicht es nicht wenn man den Tathergang in einem fundierten Abschlussbericht ergründen kann? So zynisch es sich anhört, aber im Moment wird mit solchen Exklusivmeldungen keinem mehr geholfen. Es wird auch kein neuer Trittbrettamoklauf verhindert. Erfolgreiche Maßnahmen resultieren in der Regel nicht aus politischen Schnellschüssen, die aus der Hüfte kommen.

Aber ich vergaß. Es geht ja schon lang enicht merh um den Täter oder die Opfer. Es geht um die Medienmaschinerie und Politik. Der Innenminister musste schnelle Erfolge vorlegen, da ihn die Presse sonst schnellstens als inkompetent dargestellt hätte. Und wenn die Nachricht der Vorabankündigung über das Internet dann auch noch so perfekt ins erwartete Bild des Amokläufers passt, dann kann ich verstehen, dass er schnellstens damit an die Öffentlichkeit wollte.

Und nun? Nun geht es um Schadenbegrenzung. Natürlich Schaden gegenüber seines Amtes oder seiner Person. Eine Falschmeldung, die vom Innenminister unter Vortäuschung falscher Fakten verifiziert wird, ist wirklich eine ziemliches Disaster. Aber ob es nun dadurch besser wird, verworrene Spekulationen darüber anszustellen, ob der Täter möglicherweise Internetcafés genutzt oder Zugriff auf eine bislang unbekanntes Notebook gehabt hatte, mag ich stakr bezweifeln. Außerdem stellt sich jedem vernünftigen Menschen die Frage, warum er das denn hätte verschweigen sollen. Unter der Annahme, dass er seine geplante Tat geheimhalten und möglicherweise flüchten wollte, kann man davon ausgehen, dass er überhaupt auf jegliche Nachricht verzichtet hätte. Wenn er aber eine Nachricht schrieb, so macht es überhaupt keinen Sinn, diese geheim von einem fremdem PC aus zu senden.

Naja aber mit der Vernunft ist es wohl bei so manchem in den heutigen Tagen nicht mehr so weit. Wie sonst könnte man auf die Idee kommen, die Verbindungsdaten der Provider zur Klärung dieser, meines Erachtens nicht wirklich maßgeblichen, Nachricht zu überprüfen? Würde das irgendetwas oder irgendwem helfen?
Manchmal hoffe ich wirklich, dass die Medien irgendwann doch etwas zurückhaltender werden und beende meinen Erguss mit dem schlechten Gewissen durch meinen Beitrag eine eigentlich Sinnlose Diskussion noch weiter anzuheizen…

Skandal: Überwachungstechnik wird schamlos ausgenutzt

So oder so ähnlich würde bestimmt die Bild-Zietung titeln, wenn sie Videoüberwachung “kritisch” betrachten wollte. Allerdings tut sie das nicht und wirds wohl auch in Zukunft nicht. Zumindest dann nicht, wenn man durch Überwachungskameras an “irre” Leservideos von alten Männern mit Gummipuppen an Tankstellen gelangt…

Mich würde wirklich mal interessieren, wie das Datenschutzrechtlich gesehen wird. Dürfen Videos aus Überwachungskameras, die ja meist auch öffentkliche Plätze einfangen, überhaupt veröffentlicht werden? Irgendwie kann ich es mir nicht vorstellen. Aber wenn kümmert das schon bei einer solch witzigen Story: Die Bild zumindest nicht…

Sprachlos

Ich bin ob des Amoklaufs in BaWü sprachlos. Es ist eine Tragödie unfassbaren Ausmaßes für alle Betroffenen, denen ich mein tiefstes Beileid ausspreche.

Aber sie, die Betroffenen, sind schon lange kein Thema mehr in dem Zirkus, der nun medial um den Amoklauf gesponnen wird. Betroffenheit aber auch Anschuldigungen und Mutmaßungen aus allen Ecken und Enden. Und leider auch wieder mal politischer Aktionismus. Wenn etwas schief geht, muss etwas verboten werden. Und bei einem Amoklauf ist nicht schwer zu erraten, was das sein soll: Killerspiele.

Dabei kann ich nur sprachlos bleiben, denn zur Thematik wurde schon vor 3 Jahren nach der Tragödie in Emsdetten alles gesagt. Allerdings wird es garantiert nicht still darum bleiben und ich möchte doch auf ein kurzes Zitat auf Telepolis verweisen, das die Problematik der Diskussion m.E. ganz gut auf den Punkt bringt. Es geht nicht um den Inhalt, um Fakten oder ähnliches, es geht um die mediale Vermittlung. Es geht darum zu zeigen, dass etwas unternommen wird gegen einen Misstand den jeder vermeintlich nachvollziehen kann…

Vor der Pressekonferenz über Hintergründe des gestrigen Amoklaufes in Winnenden, belieferten Funktionäre und Politiker die Presse bereits mit den für solche Fälle üblichen Hintergrundsannahmen, die auf einen Ausschnitt der Polizeiermittlungen aufbauen, und die sich in politisch attraktive Handlungen übersetzen lassen: gesetzliche Maßnahmen gegen die Verbreitung von “Killer-Computerspielen”.

MashupMusic von Kutiman

Obwohl wie Rene auf Nerdcore gestern schon das komplette Internet auf Kutimans YouTube Music Mashups verlinkt hat, mach ich nun auch noch als letzter Nachzügler mit. Eigentlich total überflüssig, da redundant, aber es gibt halt Inhalte die ich einfach auch hier haben muss.

Da das Original gerade leider Down ist, gibts hier Kopien von auf YouTube.

01. The Mother Of All Funk Chords
[flash http://www.youtube.com/watch?v=sxSBlLyYZiU]

02 – This Is What It Became
[flash http://www.youtube.com/watch?v=-ya1IxgCMWw]

03 – I’m New
[flash http://www.youtube.com/watch?v=yO-Mx0FHm4w]

04. Babylon Band
[flash http://www.youtube.com/watch?v=GpM9PYlzHLE]

05 – Someday
[flash http://www.youtube.com/watch?v=OxDFuiVlodQ]

06 – Wait For Me
[flash http://www.youtube.com/watch?v=slsyWayCkS8]

07 – Just a Lady
[flash http://www.youtube.com/watch?v=xZiuyB1Gq1k]

08 – About Thru-You from Kutiman
[flash http://www.youtube.com/watch?v=cqWpjUUOOMY]

Wissen über alles: Spezialisten statt Pädagogen?

Es passieren schon komische Dinge in diesem sogenannten “Superwahljahr”. Aktionismus an allen Ecken: Auf einmal wird das Internt zensiert, die Freiheit mit Sicherheit verloren und Bankenbetriebe verstaatlicht. Damit ist aber noch lange nicht genug. Heute berichtet heute.de, dass die CDU BaWü einen Abi-Durchschnitt von 2.0 von angehenden Lehrern fordert und CDU Bildungsministerin Annette Schavan über die Bildzeitung Unternehmen auffordert ihre “Top-Mitarbeiter” für Unterricht in Schulen freizustellen.

Es tut mir leid, aber mir leuchtet das überhaupt nicht ein. Insbesondere mit Blick auf die Grund und Sekundarstufe, bei welchen insbesondere ein Defizit bezüglich der Qualifikation der Leherer festgestellt wird. Ich glaube nicht, dass die Probleme in diesen Bereichen an den vergangenen schulischen Leistungen der Lehrer liegen und mit der Einführung eines Numerus Clausus behoben werden können. Meiner Ansicht nach werden an den Schulen viel mehr gute Pädagogen statt erfolgreicher Spezialisten benötigt.

Der Anteil an obligatorischen Pädagogikveranstaltungen ist heute schon bei Lehramtsstudenten auf ein Minimum zurückgestuzt. Dabei sehen sie die angehenden Lehrer immer häufiger mit schwierigen Klasse und Schülern aus instabilen sozialen Umfelden gegenüber. Hinzu kommt eine Perspektivenlosigkeit, die durch die Finanzkrise bestimmt noch verstärkt wird und sich insbesonders bei den niederen Schulformen deutlich macht. Hier wird bestimmt nicht mehr Lust zum Lernen vermittelt, wenn statt Pädagogen “Top-Mitarbeiter” unterrichten, denn reines Wissen regt insbesondere bei Kindern nicht unbedingt zum Lernen an.

Ich weiß nicht, was sich die CDU aus BaWü dabei denkt. Wahrscheinlich nichts. Das ganze wirkt zudem über die Maßen deplaziert, wenn man jeden Morgen in der Berliner an einem Plakat vorbeigeht, dessen Ziel es ist junge Berliner Lehrkräfte nach BaWü abzuwerben.
Ein NC wird bestimmt nicht mehr Leute dazu bewegen auf Lehramt zu studieren, sondern viele derjenigen, die sich bewusst für diesen Weg entschieden, von einem Studium auschließen. Aber vielleicht wären es genau diese Menschen die auch problematische Schüler erreichen und motivieren könnten. Lehrer deren Schulverlauf nicht geradlinig war und die eigene Erfahrungen mit Noten jenseits von 1 und der Enttäuschung die schulisches Versagen in einer auf Erfolg getrimmten Gesellschaft machen mussten. Noten allein, machen bestimmt keinen guten Lehrer.